Informationen zur GVW

Übersicht

Die Gründung und Entwicklung der GVW

Hiroshima 1945 führte mit einem Schlag den Wissenschaftlern und der Gesellschaft vor Augen, dass die aus wissenschaftlichen Erkenntnissen entspringende technische Macht Ausmaße erreicht hatte, die eine Reflexion über die Wissenschaft selbst, ihre Methoden und ihre Ziele nötig macht. Soll man alles tun, was wissenschaftlich-technisch möglich ist? Ist die "Freiheit der Forschung" im Elfenbeinturm der Wissenschaft tatsächlich ein Gut, was es auf jeden Fall zu erhalten gilt? Was darf im Namen der Wissenschaft gemacht werden?

"Die Gefährdung der heutigen Menschheit entspringt nicht so sehr ihrer Macht, physikalische Vorgänge zu beherrschen, sondern ihrer Ohnmacht, das soziale Geschehen vernünftig zu lenken. . . .  Das langgesuchte Zwischenglied zwischen dem Tiere und dem wahrhaft humanen Menschen sind wir!"
Konrad Lorenz (GVW)

Als Reaktion auf den Atombombenabwurf 1945 auf Hiroshima gründete der österreichische Emigrant Viktor Paschkis in den USA die Society for Social Responsibility in Science (SSRS).
Sie verlangte von ihren Mitgliedern, auch im Beruf nichts gegen das Gewissen zu tun, sowie das Berufsethos genau einzuhalten.

"Deshalb erscheint mir die Gründung einer SSRS einem wahrem Bedürfnis zu entsprechen. Solche Vereinigungen erleichtern es dem einzelnen, sich zu einem selbstständigen Urteil durchzuringen über den von ihm einzuschlagenden Weg."
Albert Einstein

Aus dieser SSRS entstand 1966 im deutschen Sprachraum die GVW. Sie steht grundsätzlich allen offen. Vor allem sind ihre Mitglieder in Naturwissenschaft, Medizin und Technik, aber auch in den Geisteswissenschaften tätig.

Die GVW setzt sich satzungsgemäß dafür ein, dass der Wissenschaftler

  • persönlich die moralische Mitverantwortung für die Konsequenzen seiner Arbeit trägt und diese nicht den Vorgesetzten allein überlässt, und dass er
  • mit seinen wissenschaftlichen und technischen Kenntnissen den Behörden, der Wirtschaft und den Laien hilft, die Mittel der Wissenschaft und Technik menschenwürdig zu gebrauchen, sowie die Gesellschaft und die Umweltverantwortung rational und ideologiefrei zu optimieren.

Auf der Seite Wünsche und Ziele der GVW erfahren Sie mehr über unsere Aufgaben und Forderungen.

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Die Max Born-Medaille

  Die mit Zustimmung der Familie Born gestiftete Max Born - Medaille wird für besondere Verdienste um die Verantwortung der Wissenschaftler verliehen.

Max Born wurde am 11. Dezember 1882 in Breslau geboren. Er gilt als einer der bedeutendsten Wegbereiter der modernen theoretischen Physik.

Neben seinen Arbeiten zur Festkörperphysik sowie zur Relativitätstheorie und Optik widmete er sich der Entwicklung einer Theorie atomarer Vorgänge (Quantenmechanik); dies gelang ihm 1925 zusammen mit seinen Schülern W. Heisenberg und P. Jordan in Form der (Heisenbergschen) Matrizenmechanik. Für seine 1926 gegebene statistische Interpretation der Quantenmechanik sowie für seine Gittertheorie der Kristalle erhielt er zusammen mit W. Bothe 1954 den Nobelpreis für Physik. Während seiner wissenschaftlichen Laufbahn lehrte er in Berlin, Breslau, Frankfurt am Main, Göttingen und Edinburgh. Insbesondere nach dem 2. Weltkrieg setzte er sich intensiv für die Verantwortung der Atomphysiker ein. Max Born starb am 5. Januar 1970 in Göttingen.

Bisherige Preisträger sind:

  • Ernst Brüche (1972)
  • Viktor Paschkis (1974)
  • Bernhard Hassenstein (1981)
  • Eduard Pestel (1982)
  • Hans Sachsse (1986)
  • Hans Mohr (1990)
  • Hans-Joachim Elster (1991)
  • Werner Luck (1993)
  • Fritz-Joachim Schütte (2004)

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Aktivitäten

Die GVW möchte den Menschen allgemein, insbesondere aber Wissenschaftler und wissenschaftlich Ausgebildete, anregen, immer im Bewusstsein ihrer Mitverantwortung für das Wohl der Menschheit zu handeln. Hierzu regt sie einen gesellschaftlichen Diskurs über Themen rund um Wissenschaft, Technik, Verantwortung und Gesellschaft an.

"Verantworten heißt: mit der ganzen Person zur Antwort werden auf eine durch das eigene Tun gestellte Frage, und einstehen für die Folgen des eigenen Tuns."
Werner A. P. Luck (GVW)

Einen wichtigen Beitrag hierzu liefern wir durch die regelmäßige Organisation von Tagungen. Diese Tagungen stehen allen Interessierten offen. Eine Liste unserer bisherigen Tagungen ermöglicht es Ihnen, sich ein genaueres Bild zu machen.

Neben Tagung initiiert die GVW auch Vortragsveranstaltungen an Universitäten, um so einen interdisziplinären Diskurs anzuregen und lokale Impulse zur Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Auswirkungen und Möglichkeiten zur Übernahme von Verantwortung zu setzen. .

Die Ergebnisse der Tagungen werden entweder als Buch veröffentlich, oder aber in unserer Zeitschrift "Wissenschaftler und Verantwortung" (ISSN 0947-9139) zusammengefasst. Die Zeitschrift erscheint ca. 3 mal pro Jahr und wird Mitgliedern kostenlos zur Verfügung gestellt.

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Mitgliedschaft

Prinzipiell steht die GVW allen Interessierten offen. Die GVW behält es sich jedoch vor, die Aufnahme abzulehnen.

Die Mitglieder der GVW sind vor allem in Bereichen von Naturwissenschaft, Medizin und Technik, aber auch in den Geisteswissenschaften tätig. Ebenso zählen engagierte Nichtwissenschaftler zählen zu ihren Mitgliedern. Die GVW steht auch Studenten und anderen offen.

Die GVW-Mitglieder leisten einen freiwilligen Jahresbeitrag nach Selbsteinschätzung. Der Mindestbeitrag wurde auf 20.- Euro jährlich festgesetzt.

Die GVW ist als gemeinnütziger Verein anerkannt - Beiträge und Spenden sind daher steuerlich absetzbar.

Den GVW-Mitgliedern wird ca. dreimal jährlich die Zeitschrift "Wissenschaftler und Verantwortung" (Mitteilungen der GVW) kostenlos zur Verfügung gestellt (mehr Informationen auf der Seite Informationen zur Zeitschrift).

Wenn Sie Interesse an der Arbeit der GVW haben und Mitglied werden möchten, senden Sie bitte folgenden Aufnahmeantrag (HTML/PDF) an die dort angegebene Adresse. Bitte informieren Sie sich zuvor über unserer Ziele und Wünsche und unsere Satzung.

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Ch. Maurer

29.6.2011